Vorhandene Strukturen vor Ort und in der Region erhalten

Heiden, 05.03.2014

Ingrid Arndt-Brauer, MdB, Vorsitzende des Finanzausschusses im Deutschen Bundestag, zu Gast bei den Genossenschaftsbanken im Kreis Borken / Rege Diskussion mit den Vorständen über aktuelle bankpolitische Themen

Heiden/Kreis Borken.

Die Gesetze werden in Berlin und Brüssel gemacht, die Auswirkungen sind vor Ort und in der Region sichtbar. Im Idealfall sind alle damit zufrieden – Politiker und Betroffene gleichermaßen. Im Bankensektor klappt das jedoch nicht immer. Zwischen der Basis vor Ort, ob in Bocholt oder Borken, Raesfeld oder Rhede, und der bundespolitischen Vogelperspektive klafft oft eine große Lücke.

Wie kommen Gesetze „unten“ an, und welche Wirkungen haben diese im Bundestag beschlossenen Entscheidungen über die Banken in der Region, für Menschen und Wirtschaft, hinaus? Darüber diskutierte Ingrid Arndt-Brauer, MdB, Vorsitzende des Finanzausschusses im Deutschen Bundestag, jetzt mit den Vorständen der Genossenschaftsbanken im Kreis Borken auf der Bezirkstagung in Heiden.

Ingrid Arndt-Brauer, MdB, Vorsitzende des Finanzausschusses im Deutschen Bundestag, war zu Gast bei den Vorständen der Genossenschaftsbanken im Kreis Borken. Begrüßt wurde sie in Heiden von Bankensprecher Heinz Hüning.

„Wir wollen nicht jammern und haben auch keinen Grund dazu“, stellte Bankensprecher Heinz Hüning in seinen einleitenden Worten fest. „Sie sind heute bei einer Bankengruppe, die sehr solide aufgestellt und stark unterwegs ist“, erklärte er mit Blick auf die wichtigsten addierten Kennzahlen – 50 Geschäftsstellen, 900 Beschäftigte, 100.000 Mitglieder, 270.000 Kunden, rund 5,5 Milliarden Euro Bilanzsumme. „Wichtig ist, dass es den Genossenschaftsbanken und den Sparkassen in der Region weiterhin gut geht und die vorhandenen Strukturen erhalten bleiben“, forderte Hüning.

Und hier drohe Gefahr, so die Einschätzung der Bankvorstände der zehn Genossenschaftsbanken im Kreis Borken. Es sei schwer verständlich, warum man als lokal und regional aufgestelltes Geldinstitut Dinge leisten müsse, die für Großkonzerne ausgelegt sind. Die Regelungen und die Absicht, die hinter den Gesetzen und Verordnungen stehen, seien an sich sinnvoll. Vieles laufe jedoch am Bedarf der Kunden vorbei, machten die Vorstände deutlich.

„Es ist Missbrauch passiert“, so die Antwort von Ingrid Arndt-Brauer. „Da trifft man natürlich auch die Guten.“ Aber: „Wir müssen Gesetze für den gesamten Sektor machen.“ Und bei der Gesetzgebung seien schließlich im Vorfeld alle Interessensgruppen beteiligt, erläuterte die Vorsitzende des Finanzausschusses im Deutschen Bundestag. Als weiteres Problem nannte die Bundespolitikerin die kleinteilige deutsche Bankenstruktur im Vergleich zum Rest von Europa. Über den Umfang der Regelungen könne man sich sicherlich unterhalten. 221 Blatt Papier für einen Riester-Sparvertrag über 60 Euro im Jahr sind da auch in ihren Augen nicht der Weisheit letzter Schluss.